III. Lebenslauf Max Haedicke

Aus dem Leben von
Dr. Karl Max Haedicke

Max Haedicke mit seinen Söhnen, Familienfoto um 1918.
re. Karl Hartwert Haedicke (1899-1951, erschossen in Moskau)
li. Dr. Diethelm Haedicke (1901-1940, gefallen in Frankreich)
Verweis:
Nachlass Max Haedicke, Sächsisches Staatsarchiv, StAL, Sign. 22415
Nachlass Hartwert Haedicke, Bundesarchiv N 2578 (online)

Karl Max Haedicke wird am 26.März 1860  in Schmiedeberg geboren.

(Schmiedeberg gehörte 1894 zum Regierungsbezirk Merseburg im Königreich Preußen, 1925 offiziell Bad Schmiedeberg, nach 1945 Land Sachsen/Anhalt, 1952 Bezirk Halle, 1990 Bundesland Sachsen/Anhalt)

  • Im Jahre 1860 stirbt sein Vater, 1868 die Mutter. Max ist Vollwaise und wird aufgenommen von seinem Onkel, Gottlob Ferdinand Haedicke, Sattlermeister in Schmiedeberg (geb. 1828 Weidenhain, verst. 1908 Bitterfeld).
  • 1871 Bruder Robert Haedicke, geb.1846, fällt im Dt.-Frz. Krieg
    in Frankreich. Auf einer Gedenktafel in der Kirche und auf dem Gefallenendenkmal auf dem Marktplatz zu Bad Schmiedeberg wird auch an ihn erinnert.
  • 1871 – 1878 Besuch der Höheren Bürgerschule zu Delitzsch. Max war dort 6 ½ Jahre Schüler der Anstalt (die Schule hatte keine Prima).
  • 1878 – 1880 Reifeprüfung an der Oberrealschule der Frankeschen Stiftung in Halle
  • 1882  folgen Studien der Philosophie an der  Friedrich-Wilhelm-Universität zu Berlin sowie Studien in Berlin, Rostock und Jena (Studium der Medizin).
  • 1883 Studium der Naturwissenschaften an der Universität Leipzig

1884   „Zum Doctor promoviert“ an der Universität Jena. Staatsexamen zum Thema: „Harnsteine und deren Operationen beim Manne“ (vgl. Fritz Schroers, Lexikon deutschsprachiger Homöopathen,  2006).

  • 1885  arbeitet Max als Assistenzarzt in der Dr. Schwabeschen Heilanstalt Villa Emilia (Nervenklinik) im Schwarzatal bei Bad Blankenburg in Thüringen, wo er auch am Unterricht im Latein und Griechisch teilnimmt.
  • 1886 – 1888/89  Weltreise mit Corpsbruder Carl Passavant aus Basel. Nach dessen Tod setzt er die Reise für einen begrenzten Zeitraum fort mit dessen jüngerem Bruder Georg Passavant.
  • 1887 Max erhält eine Lizenz zum Praktizieren als Arzt für 1 Jahr in Honolulu auf Hawaii. Dort schließt er Freundschaft mit Franz Buchholz, Besitzer einer großen Kaffeeplantage auf Hawaii. (Lt. Gästebuch der Fam. Haedicke wurde dieser der 4. Pate von Max` Sohn Hartwert Haedicke.)  
  • 1890  Niederlassung als Arzt in Leipzig, Petersstr. 33, Burgstr. 2, Praxis: bis 1902 Thomaskirchhof 12, ab 1906 Markgrafenstr. 4, ab 1907: Thomaskirchhof 14 (Staatsarchiv Leipzig, Adressbücher der Stadt Leipzig)
  • 1890  Dispensierexamen: Qualifikationszeugnis zum Selbstdispensieren der nach  homöopathischen  Grundsätzen zubereiteten Arzneien, Berlin
  • 1891  Heirat mit Bertha Friederike Christiane Rauch (1865-1940), Gutsbesitzerstochter aus Hedeper  b. Braunschweig. 3 Kinder: 1. Hildegard verehel. Meyer-Pyritz ( 1896 – 1989, keine Kinder), 2. Hartwert (1899 -1951, 1 Sohn, 1 Tochter), 3. Diethelm (1901 – 1940, 2 Söhne)
  • 1892 – 1893  Schriftleiter der AHZ (Allg. Homöop. Zeitung) mit H. Stifft und C.H. Göhrum (Quelle: Homöop. Lexikon Fritz Schroers, 2006)
  • Enge Freundschaft mit dem Kieler Arzt und Homöopathen, dem Kunstsammler und Maler Dr. Paul Wassily (1868-1951) und mit dessen Ehefrau, Maria Cosima Gräfin Gravina (1886-1929), einer Enkelin von Cosima Wagner aus deren 1. Ehe mit Hans von Bülow, Freundin von Hildegard Haedicke. Quelle: 1. Familienarchiv. 2. Sächsisches Staatsarchiv, StAL, Sign. 22415 Nachlass Max Haedicke, Briefe von Bertha Haedicke.
  • Unterstützung von gehörlosen Malern wie Erwin Spindler, Leipziger Maler (1860-1926) oder Heinrich Josef Stein ( 1850-1913), Würzburger Maler, durch Aufträge und Kauf von Bildern.
  • 1898  Hausbau in Leipzig, Kaiser-Wilhelm-Str.42 (heute: Aug.-Bebel-Str. 42) und Kauf des Flurstückes ehem. 311/2 in Leipzig-Knauthain.
  • 1898  Dr. Max Haedicke wird Reichstagskandidat für Leipzig-Stadt (Polizeiliche Meldekartei der Stadt Leipzig, PP-M 450, Staatsarchiv Leipzig)
  • 1899  Patent zum Stabsarzt für den (bisherigen) Oberarzt der Landwehr Dr. Max Haedicke
  • Im 1. Weltkrieg „Königlich Preußischer Oberstabsarzt“  in  den Leipziger Lazaretten Connewitz und Gohlis
  • Max wird Anhänger der Anthroposophie, einer von Rudolf Steiner (1861-1925) begründeten Weltanschauung, die den Menschen in seiner Beziehung zum Übersinnlichen betrachtet (Vortragsmitschriften sind im Nachlass überliefert: Sächsisches Staatsarchiv, StAL, Sign. 22415 Nachlass Max Haedicke.)
  • Wie auch seine Frau, wendet sich Max in seinen letzten Lebensjahren der Indischen Weisheitslehre zu.

Am 08. März 1923 stirbt Karl Max Haedicke
in Dippelsdorf-Buchholz b. Dresden, im Hause seines
Freundes Dr. Rasser, wo er sich zur Genesung aufhielt.
Er wurde beigesetzt im Erbbegräbnis Haedicke auf dem Friedhof in Bad Schmiedeberg, das noch bis um das Jahr 2000 existierte.

Erinnerung

„ … an unseren Großvater erinnern uns von den vielen mitgebrachten Sachen erlesener Handwerkskunst aus fremden Ländern nur wenige Dinge, die den Krieg überlebten. Diese [sowie seine Reisenotizen] sind eine bleibende Erinnerung an ihn, an einen bewundernswerten, weltoffenen Menschen, den ich selbst zwar nicht mehr kannte, aber zeitlebens als eine außergewöhnliche Persönlichkeit verehre.“
Johanna Haedicke, im Dez. 1985.