INDONESIEN

© Dr. Thomas Nabert
Sonntag, 22.07. 1888 „Wir gehen südlich von Timor,
Indischer Ozean, immer auf dem 10. Breitengrad entlang,
zwischen Bali und Java nach Batavia.“
Mittwoch, 25.07., „… früh kam der Lotse an Bord (von Banyuwangie mit Kabel) . Der Lotse spricht holländisch, hat im letzten Jahr 1 Tiger getödtet. Er ist Vetter Hirschchen in Sprache und Wesen sehr ähnlich. Die holländische Sprache ähnelt dem Plattdütsch der Mutter Fröhde.“
„Donnerstag Concert an Bord, die 2 Schwestern mit Dr. Rottmann.
(1 Gulden = 100 cent = 1,80 M).“

„Copyright Weltatlas-Online.de“
Java/Batavia
Freitag, 27.07. 1888 “ nachmittags gegen 2 Uhr, landen wir in Batavia (heute: Jakarta). ( 12 )
Um 11 Uhr legen wir im Hafen in Batavia an, welch ein Getümmel
– welch ein Betrieb!“
„Chinesen umlagern uns: „spreekt gij malaiisch?“
„Um 3 Uhr sind wir im „Hotel des Inder“. Vorher noch Sarong und Papier gekauft. Zusammen mit Dr. Gelpke begeben wir uns im Reiseanzug zum Österreichischen Consul, wo wir auch dinieren.“
„Sonnabend, 28.07., ich besuchte den Schweizer Consul Mr. Frei zum Kennenlernen. Zum Frühstück bei Dr. Gelpke.“ ( 13 )
„Abends zum Dinner bei Meyer und dann im Club „Harmonia“ und „Concordia“. „Just wie in Deutschland.“
„Die Umfahrt um die Stadt Batavia war prächtig – Weiber baden, Männer gehen nackt, holländische Häuser sind prachtvoll. Die Dienstmädchen tragen nur sonnabends
Hosen zum Häuserwaschen. Nachts wird mir eine Malayin
ans Bett gebracht.
Am Sonntag zum Frühstück bin ich bei den französischen Gebrüdern Bonand – Whist sehr nett.
Abends bekommt Georg P. sein Mädchen, aber meins ist
leider schon weg – bin solo.“
- „Montag, 30.07.88, Tagesverlauf:
- man steht 6 Uhr auf, badet – mit spada (Diener)
- wäscht nach dem „Khaken“ sich den anus mit aqua, das in Flaschen im locus ist
- geht bis 1 Uhr im Pyjama
- schläft bis ½ 5 – und man geht mit bloßem Kopf mit Stock spazieren
- Kulis besprengen die Strasse
- 8 Uhr dann Dinner, abends Club – that`’s all.
- Jedes Zimmer hat 1 Malayen (spada), ebenso bei Tisch und beim Billard, er zählt.
- Abends bei Dr. Gelpke zum Scat
- beim Nachhausegehen traf ich eine 11jährige kranke Dirne – Syphillis?“
Dienstag Ruhetag. „Mittags zur Reistafel bei Dr. Gelpke. Er untersuchte meine Lunge, rechts knackende Geräusche, Verdickung der Lunge rechts.“
Mittwoch, 01. 08., „20 Pfd=250fl von Georg P. erhalten. Mit Dr. Rottmann besuchten wir die Museen. Am nächsten Tag ging es früh 7 Uhr nach
Buitenzorg
Donnerstag, 02.08.88, „… wir reisen nach Buitenzorg.“
(Buitenzorg, das javanische Potsdam, ist ein vorzugsweise von Beamten bewohntes Städtchen unweit Batavia, Sitz des Gouvernements und berühmt vor allem durch seinen den Weltreisenden bekannten botanischen Garten.“ )

Buitenzorg – Hotel „Bellevue“
Max H. und Georg P. übernachten im Hotel „Bellevue„.
Hotel Bellevue, 1888. (F) IIc 37900. Museum der Kulturen Basel. Album DEP. G.Passavant, III.2.a. Reisebeschreibung I.Teil.pg 222
„Wir bestiegen als erstes den Salak-Berg (2.400 m, eigentliche Höhe: 2.211 m). Von oben 2 Krater gesehen.
Dann besuchten wir den botanischen Garten in Bogor – einmalig. Auch gibt es eine neue Vogelart“ (nicht näher erklärt).

„Wege im Park“, 04. Aug. 1888. Foto: G. Passavant (F) IIc 37903.Museum der Kulturen Basel. Album DEP. G.Passavant, III.2.a. Reisebeschreibung I.Teil.pg 222

„Pflanzengruppe im Park“, 04. Aug. 1888. Foto: G. Passavant (F) IIc 37902. Museum der Kulturen Basel. Album DEP. G.Passavant, III.2.a. Reisebeschreibung I.Teil.pg 222
Unterwegs zu Pferde – horseback
„Am Freitag mit Pferd nach Parong-Koeda, wo wir den Theeplantagenbesitzer Mundt, einen Hamburger, besuchen.
Beim Rundgang durch die Fabrik zeigt er uns, wie und wo der Thee getrocknet wird pp…. Wir ritten bald weiter durch viele bewohnte Dörfer und erreichten am Sonnabend Tjabadak.“
„In Tjabadak besuchten wir den
Holländer Kerkhofen.
Mit der Jagd aber war es Essig.“
„Zurück nach Buitenzorg. Dort lernen wir „Herr Rat“ kennen, einen Tabakpflanzer aus Sumatra. Er schenkte uns Koko-Zigaretten aus Kokosblättern gemacht – und darüber hinaus lernen wir Prof. Max Müller, Zoologe, kennen. Wir sehen überall schöne Rennpferde. Abends sahen wir in der Nähe des Dorfes von Kerkhofen einen Tanz, so bunt lebendig „melodi tarian laku„. Sehr schön.“
Fotos Monika Friedrich, 2017
Trostlos
und
bettelarm

„Die Arbeiter auf den Pflanzungen und Plantagen verdienen pro Tag 20-25 cent. Kein Sonntag für die Arbeiter, die schwere Bambusstämme tragen, khaken in den Fluss und leben harmlos wie alle Muselmänner.“
Sonntag, 05.08. 1888
„Nach 5stündiger heißer Fahrt im Wagen nach Bandung, Hotel Preanger. Der Wirth ist ein Deutscher: Thieme aus Leipzig, der uns bereitwillig Auskunft gibt.
Daraufhin sind wir am Montag 4 Stunden im Wagen nach dem Geysir-Vulcan Tangkuba Perahu gefahren. (5 fl., Reiten 4 fl., pro Tag 12 fl.),“ (14)
„Dienstag, 07.08., wir sind früh aufgebrochen nach Garut.“
(Garut, die ehemalige Hauptstadt von Garut Regency, ist ein Unterbezirk in Indonesien und eine Stadt in West-Java, etwa 75 km südöstlich der Großstadt Bandung.Wikipedia.)
„In Garut sprachen wir vergeblich bei dem Sultan (Prinzen) vor. Er war nicht zu Hause, wie uns der Diener in gut Deutsch sagte. Weiter ging es am nächsten Tag nach Tasikmelaja und Manondjaga bis Bandjar (Banjar-Westjava). Wir hatten sehr viel Mühe, mussten 2 x den Wagen wechseln und konnten uns nicht verständigen, da wir nicht Sundanesisch konnten. Endlich gelangten wir abends in Bandjar (Banjar) an und hatten das große Glück, einen holländischen Beamten zu treffen, der uns im Passanggraben (Regierungshaus) bewirthete und uns gleich dem Wedana (Bürgermeister, eingeborener Maire) vorstellte. 2 ½ fl pro Nacht, 3 Europäer..“
Krankheiten
“ … die Nacht vorher hatte Georg Passavant hohes Fieber der Hitze wegen. Er hatte den ganzen Tag nur Bananen gegessen und den ganzen Tag, von früh 7 bis abend 5 Uhr, im Wagen gefahren. Bei mir hört Dr. Gelpke Geräusche in rechter Lunge, empfiehlt Lungen-Gymnastik (nicht näher erklärt) und gibt Bryonia (homöopathisches Arzneimittel).“
Während ihrer Reisen traten bei Max Haedicke und Georg Passavant vorübergehend Probleme des Verdauungssystems auf, verbunden mit schweren Koliken, Durchfall und Erbrechen. Sie waren des öfteren seekrank und litten zeitweise an Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen, auch an Zahnschmerzen sowie Rheumabeschwerden bei Max.
Donnerstag, 09.08. „… von Bandjar (Westjava) mit dem Holländer nach Kali-Putjang, waren von ½7 Uhr bis 2 Uhr unterwegs. Beim Wedana durften wir den Thee nehmen. Hier ist kein Europäer zu sehen.“

Nach kurzer Rast ging es um 5 Uhr abends per Prau (Boot) auf dem Fluß Tji-Tjanti entlang. Die nächtliche Fahrt in dem Prau war sehr schön, immer an der Küste des Flusses und den vorliegenden Inseln entlang.
„Nach 12 stündiger Fahrt kamen wir am nächsten Tag an und erreichten noch den Zug 5 ½. Wir fuhren bis Djokdjakarta (= Yogyakarta, frühere Schreibweise Jogjakarta, wikipedia.), wo wir um 12 Uhr anlangten und im Hotel Tjutju beim deutschen „Herz“ ankamen.“
„Während wir von Bandjar (Banjar) nach Kali Putjang fuhren, begleitete uns der Wedan (Bürgermeister) mit 5 anderen berittenen Leuten. Einer von ihnen wollte recht kühn auf sein Pferdchen springen, kam auf den Hals und lag plötzlich unten „wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.“ Unterwegs sahen wir viele Affen auf den Bäumen – Passavant schoss mehrere Male, ohne Erfolg, die Affen liefen weg, Abends verschiedene Krisse (= Dolche) gekauft von „Herz“, Sarongs …“
„Sonnabend früh ½ 7 Uhr aufgestanden – zu spät, sagt Passavant … die Pferde wurden 2 mal gewechselt.“

Der große verlassene Tempel aus alter Zeit, ca. 1920, Hildebrandt, Elle. P 7853 – StuDeO – Studienwerk deutsches Leben in Ostasien e.V.
„Um ½ 11 kamen wir endlich auf dem Tempel an: „Borobudoor“ – ein Kunstwerk, einzig in seiner Art. Passavant photographierte 4 mal. Er ist erbaut im 6. Jahrhundert und wurde vom englischen Gouverneur Raphal 1814 aufgefunden. Er ist noch nicht vollständig ausgegraben, die Regierung verweigert die 6000 fl. dazu. Der Sultan von Djodja (Yogyakarta) ist selbständig. Um ihm vorgestellt zu werden, machten wir beim Residenten einen Besuch. 2 Tage später Empfang im Frack durch einen Dolmetscher. Der Sultan hat 80 Frauen! Die Wege in seinem Sultanat aber sind miserabel.
Alle Briefe werden von den Holländern geöffnet und auf einer silbernen Schale ihm gebracht.“

Sicht vom Borubudurin auf die Landschaft, N-L. Indien ca. 1920, Hildebrandt, Elle, P 7856 – StuDeO – Studienwerk deutsches Leben in Ostasien e.V.
Borobudur ist die größte buddhistische Tempelanlage der Welt. Die kolossale Pyramide befindet sich rund 25 Kilometer nordwestlich von Yogyakarta auf der Insel Java in Indonesien. Borobudur wurde 1991 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Sie gilt als das bedeutendste Bauwerk des Mahayana-Buddhismus auf Java.

„Borobodour Relief, Heiligtum“. Foto:
G. Passavant, 11.Aug. 1888.
(F) IIc 37926. Museum der Kulturen Basel. Album DEP. G.Passavant, III.2.a. Reisebeschreibung I.Teil.pg …
Anmerkung von G. Passavant: „… seit 1814 vom Schutte befreit … erhebt sich pyramidenförmig in 10 Terrassen …
bei meinem Besuch hätte man von den herumliegenden Köpfen und Reliefs nach Belieben mitnehmen können.“

„Oben auf dem Borubudoor…..“
„Oben auf dem Borubudoor (Borobudur) trafen wir einen Kunstwächter, Deutschrusse, der sich nicht allzu freundlich über die Holländer aussprach. Er war früher Soldat. Passavant photographierte die Bas Reliefs. Wir kehrten ½ 5 nach Djodja (Yogyakarta) zurück.“
Sonntag, 12.08. 1888, Ruhetag in
Djodja (Yogyakarta)
„… am Nachmittag suche ich mit Frau Herz (Hotel Tjujtju) eine indische Apotheke auf, kaufte 50 Mittel lt. Katalog, kaufe noch Ohrringe, wie sie die Javanesen tragen – große Löcher in den Ohren!
Frau Herz hat 11 Kinder. Nach Gebrauch der Muttermedizin (Muttermilch) steht sie schon am 2. Tag auf – Kinder alle gesund!„

Aus dem Notizbuch:
Kauf von indischer Medizin
„… ausserdem kaufte ich neben indischen Medicinen 5 verschiedene indische Parfüms und Kepala (Kopftücher), 4 Krisse (=malaiische Dolche) und 2 Hüte. Abends Karten geschrieben.“
„Wir besahen uns den Palast und den Elefanten, der uns heftig bewarf, sowie die Tiger und Löwen. Der Palast ist sehr verwinkelt. Überall sehen wir schläfrige Soldaten, auch holländische. Vis a vis ist das holländische Fort, eine alte Festung, desgl. in Solo.
Die Damen in Java, Ostjava, sind decenter gekleidet, die Brüste im allgemeinen nicht zu sehen.“
- Montag, 13.08., es geht nach Surakarta (Solo), wo wir den Minister mit ca 50 Gefolge unter dem gelben Schirm sahen. Hinten haben sie eine Tournoire im Sarong
(= Tournouire, kunstvoll Geschnitztes) für ein Klewang (Schwert) oder für einen Kris.“ - Dienstag, 14.08., von Solo nach Samarang (=Semerang) in 4 Std. zum Hotel Pavillon. Erhalte „Kölnische Zeitung“, lese darin: „Abgrund des Lebens“ – Fortsetzung interessant!“
Im Club mit Dr. Sulzer gekneipt. Er erzählte von einer Tiger- und Krokodiljagd in Borneo: „Ein Resident auf Borneo (Einwohner, auch Regierungsbeamter) hätte 70 Tiger getödtet, ein Gebrüll, das jeden ängstlich mache.
Bei einer Krokodiljagd fängt man das Krokodil mit Widerhaken, die Leine wird angezogen, Seile geworfen, dann reitet ein Javaner auf dem Krokodil und bohrt ihm die Fäuste in die Augen, heftigste Bewegungen mit dem Schwanz. Schädeldecke = Kindskopf groß!
Es wäre auf Borneo für einen Botaniker und Zoologen noch sehr viel zu entdecken, [auch] alte Keilschriften.
Wenn die jungen Leute auf Borneo freien, tragen sie ein Tuch mit 4 x Mond und Sonne, die das Symbol der Liebe sind und darauf Keilschrift. Die Radjars (Eingeborenen) huldigen den Holländern.
1 Soldat bekommt pro Tag 1 fl, nach 12 Jahren Sergeant = Lieutnant.“

Aus dem Tagebuch:
4. Zeile von oben: „… ein Resident 70 getödtet, ein Gebrüll, das jeden ängstlich mache – feig … wie ein … Hase…“
Freitag, 17.08., „Abreise (eine Rundreise) mit „SS Tambora“ – 60 fl. Wir legen 4 x unterwegs an und kommen endlich Sonntag früh in Batavia wieder an. Sonntag Ruhetag. Ich hatte in Samarang (Semerang) meinen Operngucker und das Malaische Sprachenbuch vergessen und bitte den Manager „Hotel des Inders“, mir [die Sachen] nach Hongkong nachzuschicken und schicke 3 fl. Abends kam zu mir ein ganz niedliches Mädchen.“

Montag, 20.08. 1888 – Abreise von Batavia
„Wir fahren mit dem Niederländisch-Indischen Schiff „SS-Devonshurst“. Die Abreise erfolgte ganz plötzlich. Georg P. hatte das ausgekundschaftet und so musste in 1 1/2 Std. alles fertig sein. Ich packe 8 Koffer. Es war auch alles fertig – aber Undank ist der Welt Lohn, denn P. sagte etwas von: „reinschmeissen“. 2.45 Uhr ging der Zug, ½ Std Fahrt zum Bahnhof. Glücklich an Bord des Schiffes, das erst abds. 9 Uhr abging. P. schimpfte beim Auspacken der Koffer … ich schwieg und ging weg…(pfeifend?) P.: „wenn du weggehst und pfeifst, dann werde auch ich bald pfeifen!“ Darob natürlich Verstimmung – Gott weiß, was noch folgt…“
Es bahnt sich eine Verstimmung an zwischen Max und Georg.
Dienstag, 21.08, „… ich treibe französische Studien und schreibe Briefe (Felix, Heinrich). Rheumatismus wird schlimmer….“
Mittwoch, 22.08. „… wir gingen zwischen den Inseln Banka (= Bangka, östlich von Sumatra) und Sumatra durch und passierten zum 2. Mal den Äquator.“
Singapore (Singapur) Südostasien

“ … am 23.08. landen wir in Singapore…“
(Anm.: Am 29.10.1888 macht Max nochmals Zwischenstation auf Singapur – auf dem Weg nach Penang, vgl. II e, China bis Indien.)
„Copyright Weltatlas-Online.de“. Kartendaten 2020 Google maps
„Ich schickte von Singapore aus mit P.
eine Kiste nach Hause“
- Arzneimittellehre
- Durch Amerika, engl. book
- Engl. Medizinbuch (Dr. Beckh)
- “Heisse Quellen“
- Neu-Seeland (wonderland)
- 50 Medicinen in 3 Kisten
- 1 Cacaofrucht, Naturforschung und Schule
- 1 Landschaftsbuch von Niederländisch-Indien
- 1 Sammlung wissenschaftlicher Abhandlungen
- 1 Statistik Praxis
- 1 Chirurgische Erfahrungen
- 4 Kissen, 2 Hüte
„… am 23.08. landen wir in Singapore. Gleich nach der Ankunft ging ich zu Dr. Köhn, auf Empfehlung von Dr. Bahr, und lud ihn zum Frühschoppen ein.
Dr. Freudenberg, deutscher Konsul, Kanzler, Hauptmann a. D., fragte mich wegen Cornelia Sachtler, Leipzig, in Verbindung mit einem Freund von Sachtler in Fa. Putfarcken & Co. Er will mir für die Rückfahrt die Adresse von Nellys Mutter und Schwester verschaffen. Diese leben in schlechten Verhältnissen…“ ( 15 )
„…wir logierten im Hotel „de l’Europe“, wo der Wirth ein Deutscher ist.“
„Das Leben in Singapore ist recht orientalisch,
„Kulis“ dienen als Droschkenpferde…“.

Rikschas = „von Menschen gezogene Gefährte zur Personenbeförderung in Japan“.
Rikschafahrt. Foto: Kusakabe, Kinbé ca. 1890. Sign. AlbAs024-0026.jpg, Leibniz-Institut für Länderkunde Leipzig.
„Österreichischer „Buff“ resp. Music Hall und chinesische „Buffs“ befinden sich am Eingang des Hafens. Es ist sehr heiß, 26’ R., das Gras weggebrannt. Im Hafen liegen sehr viele Schiffe – Fahrt nach Hongkong 50 US$ / 150 Mk.
Am Nachmittag unternehmen wir einen Spaziergang durch die ganze chinesische Stadt. Die Altstadt steht auf Pfählen.
Früchte: Ranis … wie Erdbeeren, Mangosteens, die tropische Frucht Malaysias, die sehr gut schmecken … des weiteren Campfer, Indigo und OPIUM. … großes Wortgefecht mit dem Driver, dem ich schließlich die 1.20 fl gab, weil P. davonlief…“ Ich lese Helene Jung.“
20.07. „ich lese und übersetze „A Tramp abroard“ für A.M.“
Buchtitel aus: Angebote…
Sonnabend, 25. Aug., „… früh 7 Uhr Abreise mit „Devonhurst“, Niederl. Indisch SSC, nach Hongkong (150 Mk.). Befinden uns am Montag, 29.08., auf der Höhe von Saigon und gehen außerhalb der Inselgruppe entlang nach Hongkong.
P. geht es etwas besser. Nachmittags Regen und Sturm, wir erwarten einen Taifun (dazu keine weiteren Angaben). Die vorige Nacht habe ich nicht geschlafen, versuchte es auf Deck, aber nur geschwitzt …“.
Hongkong
„Am 01.09.1888, früh 7 Uhr, landen wir in Hongkong. Die Einfahrt in den Hafen ist prächtig! Es liegen viele Schiffe im Hafen – alle auf offener See.“

“ Wir wohnen im Hong Kong Hotel – es ist das beste Hotel.“

„Wieder im Hong Kong Hotel“
1890s H. K. Hotel – submitted by moddsey Date picture taken (may be approximate): Sunday, January 1, 1893 Gallery: (Gwulo com.) 1890s Hong Kong
„… ich begab mich am Sonnabend um 10 Uhr zum Consul und finde 8 Briefe vor und Karten, u.a. von Gustav Schwabe, Neumeister, Schulze, Hammer, Lorenz.“
„Die Japaner sind sehr offiziell. Sie rufen mich immer sehr laut:
Dr., Dr., Dr. San.“

Eindrücke vom Leben in Hong Kong: „… Opiumraucher…“ , gesehen mit den Augen von Chinese photographer Afong .
Smoking opium with water pipes (circa 1880). Photo: courtesy of Wattis Fine Art
Max schreibt: „… die Beleuchtung von Hongkong am Abend in grün – gelb – roten Lichtern ist überwältigend, herrlich. Wir genießen die Aussicht vom Victoria Pick, 1.800 m hoch, Drahtseilbahn mit Neigung 1:60…“

Foto Iris Fiedler, 2019

„Am Sonntag, 02.09.,
mit der „Iphigenia“, Hamburger Reederei,
ab nach Japan“…
“ … an Bord der „Iphigenia“ ( 16 )
sind noch 3 Mann: Der Captain sowie ein in Deutschland „Seerecht“ studierter Japaner und ein Maschinenbauer.
Ich beendige meine Arbeit „L.L.L.“ (vermutlich „Land, Leben, Leute“, nicht überliefert).
Wir sind von Montag bis Sonnabend auf der Fahrt zwischen Formosa und der Küste von China.“

Aus: Meyers Neuer Weltatlas, 5., völlig neu bearb. Aufl.., Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, Mannheim 2001.
Copyright: Weltatlas-Online.de

(Im Jahr 1895 gelangten Formosa (heute Taiwan) und die Pescadoren
nach dem Ersten Japanisch-Chinesischen Krieg unter japanische Herrschaft.